Idee und Methodik Das Friedrich-Robbe-Institut arbeitet auf der Grundlage der anthroposophischen Menschenkunde Rudolf Steiners. Durch diese ist die Möglichkeit gegeben, die Gesetzmässigkeiten des heranwachsenden Menschen zu erkennen und zu verstehen. Auch das behinderte Kind entwickelt sich gemäss dieser menschlichen Entwicklungsgesetze, wenn auch mit Verzögerungen und in Abwandlungen. Erziehen wird deshalb als Heilungsprozess aufgefasst.

   Im Unterricht

Die anthroposophisch orientierte Heilpädagogik spricht behinderte Kinder als "Seelenpflege-Bedürftig" an, um auszudrücken, dass bei ihnen die Seelenfähigkeiten des Denkens, Fühlens und Wollens in besonderer Weise gepflegt werden müssen, da diese Vermittler zwischen der Individualität des Kindes und seiner oft schwerbehinderten Leiblichkeit sind.

Die Schulung des Heilpädagogen zielt deshalb darauf, das einfühlende Verstehen so zu entwickeln, dass die geistige Individualität in dem entwicklungsgestörten Schüler in ihrem Ringen um ein menschenwürdiges Dasein erlebbar werden kann. Die Individualität des Kindes, die im Kern stets unversehrt ist, findet in einer solchen Begegnung mit dem Heilpädagogen trotz aller "Behinderung" immer mehr die Kraft, das eigene Schicksal sinnvoll zu gestalten.

Grundlage für den heilpädagogischen Unterricht ist der "Waldorf-Lehrplan". Er ist vor allem ein Entwicklungslehrplan und wird dem Schüler altersgemäss angeboten. Seine Methodik berücksichtigt die individuellen Gegebenheiten des Kindes und fördert so auch das entwicklungsgestörte Kind mit dem Ziel der Persönlichkeitsreifung und der Entfaltung der geistig-seelischen und körperlichen Fähigkeiten. Aus dieser Vorausetzung ergibt sich eine gemeinsame Unterrichtung von Schülern mit verschiedenen Behinderungen gleichen Alters. Die individuellen Einseitigkeiten ergänzen, fördern und gleichen einander aus.

Jede Klasse besteht aus sechs bis acht Schülern und wird in der Regel von derselben Lehrkraft geführt. Dieser steht eine weitere pädagogische Mitarbeiternin zur Seite. Danach folgen zwei Jahre Oberstufe mit neuen Lehrkräften und danach zwei Jahre Werkstufe.

Die Werkstufe setzt sich aus den Klassen elf und zwölf zusammen. In ihr werden die Jugendlichen in enger Verbindung mit dem Unterricht in verschiedenen Arbeitsbereiche eingeführt. So werden sie z. B. mit Weben, Töpfern, Kerzenziehen, Garten- und Hausarbeiten vertraut gemacht.